Mein Job: Ich erzähle Ihre Geschichte(n).

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Pressetante. PR-Maus. PR-Trulla – das habe ich alles schon im Laufe meines Berufslebens gehört. Und oftmals belächelt. Schön ist es allerdings nicht, wenn mein Job fast schon ins Lächerliche gezogen wird. Dabei ist mein Beruf wichtig und hat genau so eine Daseinsberechtigung wie Buchhalter, Assistenten oder Produktentwickler. Denn eine Firma kann noch so tolle Produkte entwickeln, wenn niemand sie kennt, dann bringen sie genau so wenig Geld als wären sie nie konzipiert worden.

Mit meiner Arbeit sorge ich dafür, dass Menschen von anderen Menschen, ihren Unternehmen und ihren Produkten und Services erfahren. Und sie kaufen. Ich erzähle Geschichten. Geschichten, die nicht zwingend das jeweilige Produkt nennen – so wie es Werbung tut – die aber dennoch Menschen darauf aufmerksam machen. Geschichten rund um das Unternehmen, die Produkte und die Menschen hinter den Produkten. Wem die Story gefällt, der schaut schon von ganz allein nach, wer dahinter steckt. Das ist PR. Und das mache ich jeden Tag.

„Wir eröffnen ein neues Büro“ ist keine spannende Nachricht.

Und dass meine Arbeit relevant ist, wird mir besonders dann bewusst, wenn meine Kunden mir eine „tolle Story“ vorschlagen, mit der Sie sich gern im Handelsblatt, Manager Magazin oder der Wirtschaftswoche sähen. Ein Beispiel: Wir eröffnen ein neues Büro. Klingt das spannend? Nein. Und ich bitte wirklich alle, die mit derartigen Meldungen an Journalisten herantreten möchten: Tut es nicht. Denn erstens bekommen diese unfassbar viele Anfragen, die sie in kürzester Zeit auf Relevanz beurteilen müssen. Und zweitens habt ihr damit unnötige Arbeit, die am Ende kein Ergebnis bringt. Damit suggeriere ich jetzt nicht, dass alle unbedingt einen PR-Berater zu Rate ziehen sollen, sondern vielmehr, dass sie sich Gedanken machen, womit sie Lesern (und damit dem Journalisten) einen Mehrwert bieten können.

Überlegt euch eine passende Geschichte, die den Ausbau eures Unternehmens erzählt. Vielleicht hat euer Gründer immer den Traum gehabt, ein Büro in genau dieser Stadt zu öffnen. Vielleicht besteht dort gerade besonders großer Bedarf, dann erzählt doch warum. Die Nachricht an sich funktioniert eventuell, wenn Ihr Google, Facebook oder Apple heißt. Ansonsten eher nicht. Ansonsten müsst ihr überlegen, mit welcher Geschichte ihr die Nachricht verpacken könnt, damit sie interessant wird. Und der Leser am Ende doch erfährt, dass ihr ein neues Büro eröffnet.

Eine Geschichte zu erzählen ist gar nicht so einfach?

Stimmt. Denn dann könnte ja jeder meine Arbeit machen. Und da sind wir auch wieder bei der Daseinsberechtigung. Natürlich gibt es auch in der PR gute und weniger Gute Berater. Aber in welchem Beruf gibt es die nicht? Was mir persönlich immer wieder auffällt: Wenn ich meinen Job gut mache und meine Stories informativ, auf den Punkt und unterhaltsam sind, dann klappt es auch mit den Medien, die sich meine Kunden wünschen. Manchmal dauert das zwar etwas, aber auch Geduld muss man haben – es sei denn, man kauft sich für teures Geld Anzeigenplätze und schaltet Anzeigen mit genau dem Inhalt, den man unbedingt kommunizieren möchte. Und wenn ich eine Story nicht gut finde, dann frage ich auch nicht bei einem meiner Kontakte nach. Ich möchte ihnen ja schließlich nicht mehr Arbeit machen als sie sowieso schon haben.

Schön ist es, wenn ich mit Menschen zusammenarbeite, die in mir nicht die lästige PR-Trulla sehen, sondern die erkennen, welchen Mehrwert ich bringe. Und die sich gern mit mir über Ideen und Themen austauschen. Oder aber mir eine Idee vorschlagen und mich bitten, dass ich Ihnen daraus eine Geschichte erarbeite. Eine Geschichte, mit der sie sich an die Öffentlichkeit werden können und auch Aufmerksamkeit bekommen können. Eine Geschichte, die auch das Interesse bei Redakteuren weckt und die dann auch gern mit euch sprechen.

Die Frau hinter den Kulissen…

Und was mache ich genau? Und wo kann man was von mir lesen? Ich schreibe ja sehr viel. Stimmt. Mein Name erscheint allerdings nicht in der Öffentlichkeit und ich kann mich nicht mit Publikationen in Publikums- oder Fachmedien schmücken. Ich schreibe wöchentlich Gast- bzw. Fachbeiträge, veröffentlicht wird der Text dann aber unter einem anderen Namen. Ich bin eigentlich auch Expertin für digitale Transformation, kenne mich ganz gut mit Startups oder dem Thema Diversity aus, aber das weiß in der Öffentlichkeit kaum jemand. Finde ich das schlimm? Nein. Denn es ist mein Job. Ich bin die Frau hinter den Kulissen und ich mache meinen Job sehr gern. Und genau deshalb finde ich es sehr schade, dass dieser oftmals nicht die Anerkennung findet, die er verdient.

PR-Trulla hin oder her – ich liebe meine Arbeit und ich stehe dazu, dass ich Geschichten über andere Menschen oder für andere Menschen erzähle. Und es geht sicher nicht nur mir als PR-Frau so. Es gibt unfassbar Menschen, die in der zweiten Reihe stehen und großartige Arbeit hinter den Kulissen machen. Arbeit, die wichtig ist.

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